Meine virtuelle Fahrradtour.
Datenstand ist 07:35 21.02.2011
Vorwort:
Die folgende Geschichte ist ein Resultat meiner Sammlung.
Sie basiert auf von mir gekauften + geerbten Büchern.
Weiterhin dienen hier private + historische Fotos.
Ebenso Fahrrad-Fachliteratur aus den 30er + 40er Jahren.
Abgebildet werden Fahrräder + Teile der späten 30er Jahre + Gegenstände aus der damaligen Zeit.
Ich gebe hier Einblicke in Erinnerungen meines Vaters Sönke Hansen.
Seine Erzählungen mischen sich mit der erfundenen Geschichte um die Freundschaft zweier junger Herren die 1941 in die Alpen radeln.
Ich bitte um eine Information, sollte sich ein Leser dieser Seite hier erkennen und im ungünstigsten Fall dieses störend empfinden.
Ich werde das auf Wunsch ändern. Ebenso Hinweise auf Fehler verwerten... Danke!
Dellien 27.12.2009, Jens Hansen
1937 bis 1941: Der Fahrradweg mit meinem Freund Hauni bis zur Glocknerstraße.
März 1937: Links Werner, dann Heinrich und neben mir Hans, meine damaligen Freunde + ich.
Ich bin Sönke Hamester und wohnte damals in Öjendorf bei Hamburg.
Mein Vater arbeitete beim Bahnpostamt Hühnerposten am Hbf. Meine Mutter war Mamsell beim Gut Glinde.
Wir wohnten mit den Großeltern auf der Koppel, in ehemaligen dann aber aus- und umgebauten Sommer-Wohnlauben.
Ich fuhr damals das alte Arbeits-Rad von Vater, Großvater sagt immer es sei die alte Hamburger Marke "Panzer".
Ich konnte davon nichts erkennen, es war schwarz übergemalt. Dieses Fahrrad ist mir Anfang des Krieges gestohlen worden.
Ich erinnere noch sehr gut, Opa fand das trauriger als ich, da er es Vater übergeben hatte + der es dann an mich weitergab.
Mit dem heutigen Hintergrundwissen um diese Marke sehe ich das jetzt anders und bedauere meine damalige Unachtsamkeit.
Mein guter Freund Werner Haunstein, er wohnte damals in Kirchsteinbek. Wir sagten alle "Hauni" zu ihm.
Sein Vater arbeitete bei der "Stormanschen Kreisbahn", seine Mutter war Hausfrau.
Sie arbeitete ab und zu im Büro der Jutefabrik in Billbrook.
Der Vater hatte schon früh eine Lehrstelle bei einer Hamburger Großeinkaufsgesellschaft für Werner in Aussicht.
Ich war nicht gerne bei Haunsteins im Haus, es war immer sehr dienstlich dort.
Werner hatte ein eigenes Wanderer-Fahrrad, er hatte das vom Vater übernommen.
Es hatte eine Nabe mit 31er Gravur.
Es war das Rad mit dem wir dann auch 1941 von München zu Großglocknerstraße gefahren sind.
Kurz vorher hatte ich ihm eine neue Sachsnabe eingespeicht, ansonsten kann ich mich an keinerlei Schäden erinnern.
Damals war eine defekte, aber erst 10 Jahre alte Torpedo selten.
Heinrich Möller kommt aus Öjendorf. Ich treffe ihn noch Heute alle ein bis zwei Wochen.
Ich nenne ihn schon immer Hein.
Der Vater verdiente sich früher als Knecht, arbeitete dann im Bereich Wohnungsbau.
Die Mutter arbeitete als Melkerin auf umliegenden Höfen.
Hein hatte 5 jüngere Geschwister, er brachte der Familie Zubrot und Geld.
Er be- + entludt Eisenbahnwaggons in Billbrook.
Er ist später Seemann geworden und hat mir oft gezeigt die Dinge von zwei Seiten zu betrachten.
Wenn es ging fuhr er damals mit dem 26er Ballon Damenrad seiner Mutter.
Wegen dem Milchkannen-Halter am Rahmen belächelten wir ihn oft.
Hans Baumgarten, kam aus Kirchsteinbek.
Sein Vater arbeitete in einer Rechtsanwaltskanzlei in St. Georg. Die Mutter war Hausfrau und half ab und zu in der Kanzlei.
Von Geldsorgen war keine Rede bei Baumgartens. Hans hatte immer etwas Geld in der Tasche.
Sie wollten damals schon nach Wandsbek umziehen, was aber nicht gelang und ich war immer froh darum.
Mit Hans habe ich früher am Schleemer Bach gespielt.
Das Billstedter Sommerbad war unter den Jungs sozusagen fest in seiner Hand.
Hans fuhr weniger Rad, bei gemeinsamen Unternehmungen lieh er sich das Bismarck seines großen Bruders.
Die Marke erinnere ich wegen dem Mann mit Hut auf dem Marken-Schildchen.
Juni 1937: Internationale Deutschlandfahrt
Unsere Schule lag an der Möllner Landstraße.
Im April 1937, Billstedt kommt zu Hamburg , Werner beteuerte uns mehrfach das bringt Gutes.
Der Sommer stand vor der Tür und das bedeutete für uns gemeinsame Zeit.
Nur Hein hatte wenig davon. Im Billhafen Schuten entladen, das war sein Vorhaben.
Er hatte ein großes Talent Sachen zu besorgen ohne sie zu stehlen.
Ich war schon damals gerne mit ihm zusammen. Das liest sich auch so in meinen Tagebüchern.
Tagebucheintrag vom 12.06.1937
Hein kennt einen Billett-Abreißer in dem Lichtspielhaus Harmonie Wandsbek. Wir kamen mit alten Karten rein.
Hamburg Wandsbek Richtung Innenstadt, rechts das Kino
In der Wochenschau ging es um das Panzerschiff Deutschland, gefolgt vom Radsport.
Bautz fährt ein Rad mit Dreigang-Schaltung und Schalter am oberen Rohr. Ich sehe das zum ersten mal.
Die Deutschlandfahrt in Ihrer Etappe Chemnitz nach Erfurt wurde gezeigt. Ein Unfall mit vielen Fahrern auf Pflastersteinen.
Das Rennen führt auch über Hamburg nach Berlin.
Hannover-Hamburg am Samstag gefolgt von der Etappe Hamburg-Berlin am Sonntag.
Ich möchte unbedingt Bautz + Geyer sehen. Und natürlich die Schaltung.
Quelle F&S Kalender 1938
Einige der Fahrer fuhren mit Dreifachzahnkränzen an denen die Kette
noch von Hand umzuspannen war.
... beim folgenden Bild, die Oberrohrschalter sind knapp zu erkennen.
Tagebucheintrag vom 19.06.1937
An den Elbbrücken, Ankunft der Fahrer.
Hauni ist sichtbar stolz und betonte. "Er fährt Wanderer so wie Geyer."
Ein Erinnerungsstück...
Bleistiftvermerk hinten: erworben Samstag 19.06.37.
Juli 1937: Tour de France
Hans zieht nach Frankreich, uns bleibt der Briefwechsel.
Bellac 1936
Morichon aus Bellac 1937, zweiter von links
Sommer 1938: Radtour am Rhein
Die Art einen Platten zu flicken läßt Rückschlüsse auf die Epoche zu.
Die Lupe brachte es zum Vorschein.
Einer fuhr Panther.
Wenn mir nicht der Himmel auf den Kopf fällt mach ich 2011 eine Tour, das ist amtlich.
Jetzt ist erst mal der Winter da und ich freu mich auf das was kommt.
Ein besonderer Dank gilt der Familie mütterlicher Seits von H.Z.
Wird fortgesetzt, umformuliert, ergänzt.
Fertigstellung völlig offen.