So funktioniert der Schnellgang der Duomatik Rücktrittschaltung
Datenstand ist 21:02 22.01.2011
Die Sachs Schaunabe Duomatic Modell 101 ohne Bremse.
Bei der 101 ist der Bremskonus 16 durch einen Sperrklinkenträger ersetzt.
Das ist irrelevant um die Funktion zu verstehen + soll hier nicht beachtet werden.
Durch das Zurücktreten der Pedale wird der Schaltvorgang eingeleitet.
Das grobe Schraubgewinde der Antriebsbuchse 22 treibt den Konus 16 durch die Rückwärtsdrehung nach links.
Das ist wie bei jeder Freilaufnabe nach dem Konusprinzip (siehe Komet).
Die Friktionsfeder 15 hindert den Konus am "mitdrehen".
In dieser Position ist der Konus 16 durch die Pedalbewegung in Fahrt nach rechts geschoben.
Der Schnellgang ist eingelegt.
Das Planetengetriebe (hier rechts in dem offenen Hohlrad 20 zu sehen) arbeitet.
Die Planetenräder 31 drehen sich um das Sonnenrad auf der Achse 36 (s. Ausdruck Nabenteile Seite 1).
Das innen verzahnte Hohlrad 20 wird durch die sich drehenden Planetenräder angetrieben.
In einem Verhältnis 1 : 1,36 ins Schnelle.
Das sich drehende Hohlrad nimmt durch die unteren Sperrklinken den Sperrklinkenträger 25 mit.
Die untere + obere Sperrklinke 26 ist baugleich.
Die beiden oberen Sperrklinken 26 nehmen den Mitnehmerring 19 mit.
Der ist innen gegenläufig verzahnt + nimmt durch zwei äußere Nasen die Nabenhülse 13 mit.
Die Nabenhülse dreht sich schneller als der Konus 16.
Die darauf befindlichen Klinken 17 werden von den Zähnen innen in der Nabenhülse "überholt", deshalb klickert die Nabe!
Das ist das Innenleben einer 102. Die Sperrklinken 17 sitzen auf dem Bremskonus.
Bei erneutem Rücktritt wird das Planetengetriebe abgeschaltet.
Das wird erreicht durch die stillgelegten oberen Klinken 26.
Der Antrieb geht dann 1 : 1 über die Antriebsbuchse + den Bremskonus auf die Sperrklinken 17.
Diese nehmen die Nabenhülse dann direkt mit.
Der Umschaltvorgang im Detail Duomatic 101 / 102.
Asymetrische Sperrklinken-Aussparungen am Hohlrad.
Das Hohlrad mit eingesetztem Sperrklinkenträger.
Die oberen Sperrklinken reichen bauartbedingt zu 2 / 3 aus dem Hohlrad heraus.
Dort greifen Sie in den Mitnehmerring 19 (nicht abgebildet).
Links Normalgang, Rechts Schnellgang.
Der Mitnehmerring, zuständig für die Übertragung der Getriebfunktion auf die Nabenhülse.
Das ist der Schwachpunkt, der bricht manchmal. Vermehrt bei schlechter Wartung der Nabe, sprich wenn Öl fehlt.
Als abschreckendes Beispiel hier ein verrosteter Mitnehmerring.
Abhilfe: Die 102 hat einen Helmöler, der sollte genutzt werden. Eher 2-5 Tropfen alle 1/2 Jahr, als 50 Tropfen alle 5 Jahre!
Im Hintergrund:
Links, komplett die 102.
Mitte, die Automatic schaltet durch ein mechanisches Relais.
Rechts, die Duomatic R2110 ist die weiterentwickelte 102.
Die Nabenhülse mit der Aussparung für den Mitnehmerring.
Dahinter greifen die Sperrklinken des Bremskonus 14 ein.
Rechts hinter der Verzahnung, der Eingang des Helmölers.
Bringt Öl auf den Bremsmantel + der verteilt das durch Bewegung.
Die Nabenhülse dreht sich um den feststehenden Bremsmantel, das Öl wird verdrängt.
Ideal, das Rad schräg rechts anlehnen + dann ölen... sozusagen nach rechts in den Getriebeteil sickern lassen.
Durch den Rücktritt wird das Hohlrad ( im Übersetzungsverhältnis wie der Schnellgang) nach hinten gedreht.
Der Sperrklinkenträger wird durch die Friktionsfeder 24 am Mitdrehen gehindert,
da der Bremskonus ebenfalls durch die Friktionsfeder 15 sich lediglich axial verschiebt.
Das Hohlrad dreht sich proportional so weit zurück, wie der Konus 16 das durch seine Bewegung nach links zulässt.
Die Sperrklinken auf dem Sperrklinkenträger rasten je Rücktritt 90° im Hohlrad weiter.
Die beiden Nocken der Antreibsbuchse dienen als Kupplungsstück auf den Konus.
Das wars, Irrtum möglich...